SIND DIE KREBSERKRANKUNGEN IN NÄHE EINES AKWs HÖHER?
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Radioaktivität im so genannten Normalbetrieb
Der Krebskamin und das radioaktive Abwasser
In der Propaganda der Atomkonzerne werden Atomkraftwerke häufig als
"abgasfrei" bezeichnet. Doch Atomkraftwerke geben auch im so genannten
Normalbetrieb über den Kamin, das Maschinenhaus und das Abwasser
radioaktive Stoffe an die Umwelt ab. Jede noch so geringe radioaktive
Strahlung kann Krebs auslösen. In der Umgebung vieler Atomanlagen wurden
erhöhte Krebsraten festgestellt. Die Grenzwerte für erlaubte
Radioaktivitätsabgabe des Atomkraftwerks Fessenheim zum Beispiel liegen
bei 925 Milliarden Becquerel/Jahr für radioaktives Material und 74.000
Milliarden Becquerel/Jahr für Tritium (laut einer dpa-Meldung). Die
erlaubte "Entsorgung durch Verdünnung", die schleichende Verseuchung
über den Kamin und das Abwasser, ist ein Skandal. Dort wo die Atomlobby
Wikipedia beeinflusst, heißt der Schornstein der AKW sehr häufig
verharmlosend "Abluftkamin".
Krebs und AKW
Aus einer Studie, die das Bundesamts für Strahlenschutz (BfS)
veröffentlichte, geht hervor, dass die Häufigkeit von Krebserkrankungen
bei Kindern unter fünf Jahren mit der Nähe zum Reaktorstandort deutlich
zunimmt. Die Studie mit Daten von über 6000 Kindern liefert die bislang
deutlichsten Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko bei Kindern in der
Nähe von Kernkraftwerken. Das Risiko ist demnach im 5-km-Radius für
Kinder unter fünf Jahren um 60 Prozent erhöht, das Leukämierisiko um
etwa 120 Prozent. Im Umkreis von fünf Kilometern um die Reaktoren wurde
für den Zeitraum von 1980 bis 2003 ermittelt, dass 77 Kinder an Krebs
erkrankten, davon 37 Kinder an Leukämie. Im statistischen Durchschnitt
wären 48 Krebserkrankungen beziehungsweise 17 Leukämiefälle zu erwarten.
Der Studie zufolge gibt es also zusätzlich 1,2 Krebs- oder 0,8
Leukämieerkrankungen pro Jahr in der näheren Umgebung von allen 16
untersuchten Akw-Standorten.
Wenn japanischen Politiker jetzt sagen, die entwichene Radioaktivität in
Fukushima hätte keine gesundheitlichen Folgen, dann ist dies eine
unglaubliche Lüge!
Diese und andere Studien zeigen, dass auch im weiteren Radius um AKW die Kinderkrebshäufigkeit zunimmt.
Der prozentuale Anteil sinkt zwar, dafür nimmt aber die Anzahl der kranken Kinder zu, denn dort wohnen und leben mehr Kinder als in direkter Nähe des AKW.
Der Epidemiologe und Mitglied des Expertengremiums des Bundesamtes für Strahlenschutz Eberhard Greiser sagte dazu in einerm Interview der TAZ vom 18.12.07:
„Im 5-Kilometer-Kreis ist das Risiko um 60 bis 75 Prozent höher, in 5 bis 10 Kilometeren Entfernung um 20 bis 40 Prozent erhöht, weiter entfernt sinkt das Risiko bis auf sehr kleine Werte.
Wenn ihr die Zahl der Bewohner nehmt, gibt es in der 50-Kilometer-Zone allerdings deutlich mehr betroffene Kinder“
„Von allen Krebserkrankungen bei Kindern unter 5 Jahren, die im 50-Kilometer-Umkreis von Kernkraftwerken leben, sind 8 bis 18 Prozent auf das Wohnen in der Nähe des Atomkraftwerkes zurückzuführen.“
http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/krebs-kinderkrebs-akw-kkw.html
Siehe auch: Kinderkrebsstudi in der Umgebung französischer AKWs:
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ijc.27425/abstract